Akupunkturpunkte finden

Auf dem 12 Haupt- und 8 Extra-Meridianlinien befinden sich nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) die verschiedenen Akupunkturpunkte, die stimuliert werden können, um Beschwerden zu beseitigen oder zu lindern im Rahmen einer Akupunktur. Diese Akupunkturpunkte finden ist eine Methode, die die Behandler während ihrer langjährigen Ausbildung lernen. Denn ein Fehler beim Akupunkturpunkte finden kann für den Patienten sehr schädlich sein bzw. dazu beitragen, dass die Akupunktur ihre Wirkung verfehlt. Die Akupunkturpunkte für die Behandlung von Beschwerden finden sich dabei nicht im Bereich von dem Organ, das Beschwerden verursacht bzw. behandelt werden soll, sondern vielmehr an einer eigentlich unlogischen Stelle. Angewandt werden zum Akupunkturpunkt finden verschiedene Methoden. Die bekannteste ist die Pulsdiagnostik. Diese kann auch zum Einsatz gebracht werden, wenn nicht bekannt ist, welches Leiden der Patient eigentlich wirklich hat.

Die Pulsdiagnose

Die Pulsdiagnose ist eine Methode aus der TCM, für deren Durchführung der Behandler die mittleren drei Finger seiner Hand oberhalb der Handinnenfläche des Patienten legt, und zwar direkt an das Handgelenk. Allen, die das schon einmal gesehen haben, dürfte es bekannt vorkommen, weil sie es vielleicht selbst so ähnlich schon einmal praktiziert haben, nämlich wenn sie jemanden den Puls fühlen wollten. Bei der Pulsdiagnose wird aber vom Behandler auf noch weit mehr geachtet, als auf den Pulsschlag. Denn kaum spürbar für den Patienten drückt der Behandler zusätzlich noch mit viel Fingerspitzengefühl zuerst den ersten, dann den zweiten und danach den dritten Finger des Patienten auf die Ader. Ertastbar sind mit dieser Methode mehr als 25 unterschiedliche Pulswellen. Diese unterscheiden sich natürlich von ihrer Stärke und Qualität her. Der Behandler erfühlt insbesondere bei jeder Tastung die Pulsfrequenz, aber auch die Tiefe, die Kraft und den Rhythmus des Pulses. Aufgrund dieser Informationen ist der Behandler in der Lage einen Rückschluss auf das Leiden des Patienten zu ziehen und kann die entsprechenden Akupunkturpunkte bei der eigentlichen Akupunktur stimulieren. Der TCM folgend wird dem Puls an den Handgelenken jeweils immer drei Organe zugeordnet bei der Pulsdiagnostik. Der rechten Hand des Patienten sind Milz, Lunge und Nieren zugeordnet, der linken Hand Leber, Nieren und Herz.

Die Zungendiagnose

Ergänzt wird die Pulsdiagnose durch die Zungendiagnose. Hierbei wird die Zunge auf Größe, Beweglichkeit und Farbe hin beurteilt. Eine weitere Beurteilung erfolgt aufgrund der Farbe und der Beschaffenheit des Belags und durch die Besonderheiten der Zungenoberfläche. Bestimmten Bereichen der Zunge sind dabei, wie beim Puls, bestimmten Organen zugeordnet. Ein dicker weißer Belag deutet auf eine Erkältung oder auf eine Magen-Darm-Störung hin und eine trockene Zunge und eingerissene Mundwinkel auf Diabetes mellitus. Wenn sich auf der Zunge gelbliche Beläge befinden, dann wird im Rahmen der Zungendiagnose auf Störungen im Bereich Leber oder Galle geschlossen und die entsprechenden Akupunkturpunkte für die Linderung der Beschwerden stimuliert. Befinden sich gelbbraune Beläge im hinteren Zungenabschnitt, dann ist dies ein Leberzeichen und ein gleichmäßiger dicker weißgelber Belag weist auf eine Pilz-Infektion, und zwar noch bevor der Organismus irgendwelche Symptome darauf zeigt. Eine Braunfärbung weist indes auf eine Verdauungsstörung hin und eine Lackzunge auf eine chronische Lebererkrankung. Die Zungendiagnose gilt dabei nur als ergänzende Diagnosemethode bei der TCM.