Akupunkturpunkte

Was sind Akupunkturpunkte?

Der Theorie der Traditionell chinesischen Medizin (TCM) nach besteht im menschlichen Organismus ein Netz aus Kanälen, Kapillaren und Leitlinien, aus sogenannten Meridianen. In diesen Meridianen fließt nach der traditionellen Auffassung nach das sogenannte „Qi“, die Lebensenergie bzw. die Lebenskraft. Das ganze Netz aus Kanälen, Kapillaren und Leitlinien ist nach der Theorie der TCM kein isoliertes Gebilde, sondern wird als Teil des Systems angesehen, welches in die sogenannten 5-Elemente Lehre eingeordnet ist. Auf den Energiebahnen, den Meridianen, wiederum sind Akupunkturpunkte angeordnet. Diese Punkte sind mit mehreren oder auch nur mit einem Organ bzw. einem der Körperteile des Menschen verbunden, weshalb der Reiz dieser Punkt diese Organe bzw. Körperteile beeinflussen kann. Wenn Störungen an einem Akupunkturpunkt auftreten, dann hat dies auch Einfluss auf das Organ bzw. den Körperteil. Ausschlaggebend ist der Hautwiderstand, der am Akupunkturpunkt spürbar ist. Ursache für den Hautwiderstand sind die unterschiedlichen Quellungszustände, die bei der Haut auftreten können. Unterschieden wird in zwölf Hauptmeridiane, welche sich spiegelbildlich auf den beiden Körperseiten befinden. Dazu kommen weitere Akupunkturpunkte an acht Extrameridianen und Extrapunkten. Es gibt insgesamt 700 Akupunkturpunkte, von denen ca. 400 aktiv im Rahmen der modernen Akupunktur genutzt werden. Diese Akupunkturpunkte liegen vor allem im direkten Umfeld von Knochen, von Muskeln oder der Sehnen oder zwischen diesen Strukturen. Die Akupunkturpunkte haben auch im Rahmen der Elektroakupunktur nach Voll (EAV) die entsprechende Bedeutung, wobei hier die Behandlung nicht mit Nadeln stattfindet.

Yin und Yang System und Akupunkturpunkte

Das System von Yin und Yang spielt bei der Akupunktur auch eine Rolle. Denn die Meridiane und Akupunkturpunkte hängen der Auffassung von TCM folgende, eng mit dem System von Yin und Yang zusammen. Das Körperinnere hat wie auch die Organe ein Yin Qualität und das Äußere des Körpers und die Hohlorgane (fu-Organe) haben eine Yang-Qualität. Wichtig ist, dass beide Qualitäten stets ausgeglichen sind. Wenn aber ein Yin-Organ krank ist, dann muss auch die Funktion vom Yang-Gegenpart gedrosselt werden. Denn nur auf diese Weise kann das Gleichgewicht wieder hergestellt werden. Diese Drosselung funktioniert über die Akupunkturpunkte. Den richtigen Yang-Gegenpart zu finden ist recht einfach, da jedes Organ einem Meridian und auch einem bestimmten Akupunkturpunkt zugeordnet ist. Ermittelt wird der Meridian, der krank ist, über eine bestimmte Pulsstelle am Handgelenk ermittelt werden. Auf diese Weise kann auch schnell herausgefunden werden, welches Organ eine Fehlfunktion aufweist. Die jeweiligen Akupunkturpunkte haben alle einen Namen.

Bedeutung der Akupunkturpunkte

Im Rahmen der Akupunktur, also der Einführung der Nadeln für die Behandlung, sind die Akupunkturpunkte, die als Yang-Gegenpart gelten, entscheidend. In diese Akupunkturpunkte werden die Nadeln eingeführt und sorgen so dafür, dass Yin und Yang wieder ausgeglichen sind. Die Akupunkturpunkte lassen sich dabei nicht nur durch Akupunkturnadeln stimulieren, sondern auch durch einfachen Druck mit dem Finger, der Hand oder dem Ellenbogen oder anderen Körperteilen auf diesen Punkt. Im Rahmen der Akupunktur Behandlung werden die Akupunkturpunkte zunächst mit einem Stift gekennzeichnet und die Nadeln entsprechend an diese Stelle gesetzt.

Beispiele Akupunkturpunkte

Die wichtigsten Akupunkturpunkte der oberen Extremität, auch Laogong genannt, liegt zum Beispiel in der Mitte des Handtellers, und zwar zwischen der Spitze des 3. und des 4. Fingers. Dieser Akupunkturpunkt ist der achte Punkt der Herzbeutel-Leitbahn. Die Akupunktur an dieser Stelle bewirkt Linderung bei Appetitlosigkeit, Mundgeruch, Nasenbluten, aber auch bei Schmerzen in der Brust und bei einem auftretenden Beklemmungsgefühl, bei Zahnfleischentzündung und bei unkontrollierten Gefühlsregungen, bei Ängstlichkeit, Übelkeit und Gastritis. Ein weiterer wichtiger Akupunkturpunkt befindet sich am Fuß, und zwar in der Mitte der Fußsohle, am Übergang vom 1. zum 2. Drittel der Fußsohle. Bezeichnet wird dieser als Yongquan und bewirkt Linderung bei Ängstlichkeit, bei Schwäche von Fuß und Knie, aber auch bei Vergesslichkeit, Impotenz, Schlafstörungen und Schwindel sowie Tinnitus, Nasenbluten und Sehstörungen, aber auch bei Reizbarkeit, Herzklopfen und Nervenschwäche und weitere Erkrankungen.