Ohrakupunktur

Bei der Ohrakupunktur (auch Auriculo-Therapie genannt) ist eine Diagnose- und Therapieform, die auf eine lange Tradition zurückblickt. Die Wurzeln dieser Heilmethode reichen zurück bis ins Altertum und fanden auch schon bei Hippokrates Erwähnung. Das bedeutet, dass die Ohrenakupunktur nicht eine Entwicklung allein der Chinesen ist, die aber auch für sich beanspruchen, dass die Ohrakupunktur ein Teil der TCM ist. Dabei gingen die Erkenntnisse, die die Europäer in Sachen Ohrakupunktur gewonnen hatten früh schon wieder verloren, bis der französische Arzt Nogier diese regelrecht wiederentdeckte. Doch dies war zu einer Zeit. als die Ohrakupunktur im Rahmen der TCM längst auch Europa erreicht hatte. Dennoch wurde die französische Methode der Ohrakupunktur durch Nogier erstmals im Jahr 1956 auf einem Akupunktur-Kongress vorgestellt. Er war es, der nämlich reflektorische Beziehungen und korrespondierende Wechselwirkungen zwischen bestimmten Punkten auf dem Ohr und am Körper erkannte. Dabei sind die sich in der Ohrmuschel befindlichen Reflexzonen der Körperorgane so angeordnet vom Aussehen, dass sie das Bild eines auf dem Kopf stehenden Embryos ähneln. Über die Wirksamkeit der Ohrakupunktur gibt es inzwischen viele verschiedene Erklärungsmodelle. Gemeinsam haben sie, dass sie alle darauf aufbauen, dass sich im Ohr die Bahnen befinden, die die Verbindung zwischen Ohr und Körper herstellen.

Anwendung der Ohrakupunktur

Um die Ohrakupunktur anwenden zu können muss ein Heilpraktiker oder Arzt eine besondere Schulung durchlaufen. Dort lernt er wie er bei der Behandlung die verschiedenen Punkte auf dem Ohr stimulieren kann, dass sie auf die entsprechenden Körperteile wirken. Die Auswahl welcher Akupunkturpunkt verwendet wird, das wird anhand der Druckschmerzhaftigkeit oder eines messbaren erniedrigten Hautwiderstands gemessen. Wichtig ist, dass der Patient bei der Behandlung still vor dem Behandler sitzt oder ruhig und entspannt auf der liegt. Für die Ohrakupunktur werden kurze, sterile Einmal-Nadeln verwendet. Je nach Behandlungsziel sind sie aus Gold oder Silber. Abhängig von der Diagnose werden 1 bis 4 Nadeln für einen Zeitraum von 20 bis 30 Minuten im Akupunkturpunkt verweilen lassen. Verwendet werden können auch Dauernadeln oder Druckpflaster mit Samenkörnern. Die Anzahl der erforderlichen Sitzungen, die letztlich einen Behandlungserfolg garantieren, hängt von der Art der Diagnose ab.

Anwendungsgebiete Ohrakupunktur

Die Ohrakupunktur kann bei verschiedenen Krankheitsbildern oder Symptomen von Krankheiten zum Einsatz gebracht werden. Hierzu gehören Arthrose, Bluthochdruck, aber auch eine Knorpelveränderung an der Kniescheibe und Colitis ulcerosa, Durchfall und Gallensteine, Gicht, Hämorrhoiden und Harnwegsinfekte sowie Herzbeschwerden, die keine organische Ursache haben. Selbst beim Vorliegen einer Herzinsuffizienz kann eine derartige Akupunktur Linderung bringen, ebenso wie bei Hexenschuss. Gegen Kopfschmerzen und Mandelentzündungen, gegen Menstruationsstörungen und Migräne hilft eine Ohrakupunktur ebenfalls. Dabei ist zu beachten, dass die Ohrakupunktur nie als alleinige Therapie bei schweren Erkrankungen ausreicht, um eine Heilung herbeizuführen. Die Ohrakupunktur kann lediglich begleitend zu einer schulmedizinischen Behandlung eingesetzt werden. Doch die Ohrakupunktur kann wesentlich zur Genesung des Patienten beitragen.

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