Elektroakupunktur

Die Anfänge der Elektroakupunktur finden sich schon im frühen 19. Jahrhundert. Damals versuchte man bereits im Rahmen von Akupunkturen mit der Hilfe von elektrischen Strömen Stimulationen zu erzeugen. Doch erst in den 1950er Jahren gelang es letztlich dem Plochinger Hausarzt Reinhold Voll (1909-1989) gemeinsam mit dem Ingenieur Fritz Werner ein Elektroakupunkturgerät zu entwickeln. In der ersten Phase der Entwicklung wurde vor allem die Messbarkeit der energetischen Störungen im menschlichen Körper untersucht und ein Zusammenhang zwischen Leitwert und Widerstandwert geschaffen. Auf dieser Grundlage beruhen die heutigen Geräte, die für die Elektroakupunktur (EAV) verwendet werden. Aus der EAV hervorgegangen war später die Bioresonanztherapie, die durch den Arzt Franz Morell, einem Schüler von Reinhold Voll und dessen Schwiegersohn Erich Rasch entwickelt wurde. Als Alternative zur herkömmlichen Akupunktur kann die Elektroakupunktur zum Beispiel zum Einsatz kommen beim Vorliegen von Allergien und Autoimmunerkrankungen, bei Schmerzzuständen, insbesondere Migräne und bei Hautkrankheiten, wie Neurodermitis oder Psoriasis, aber auch beim chronischem Müdigkeitssyndrom und bei chronischen Infektanfälligkeiten. Des Weiteren zeigt die Elektroakupunktur laut Studien auch große Wirkung bei cerebralen Insuffizienzen, bei Nackenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen oder Kniebeschwerden, aber auch bei chronischen Leber-, Nieren- und Pankreaserkrankungen, ebenso wie chronischen Magen- und Darmerkrankungen, wie Morbus Chron. Aber auch bei Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten und bei einer Unverträglichkeit gegenüber zahnärztlichen Werkstoffen kann die Elektroakupunktur Abhilfe schaffen, wobei es im letzteren Fall auch von der Zahntechnik her Alternativen gibt.

Schritt 1, 2 und 3 der Elektroakupunktur

Verstanden wir die Elektroakupunktur heute als Abwandlung der klassischen Akupunktur nach der TCM. Erkrankungen im und am Körper werden dabei mit der Hilfe von schwachen Stromimpulsen verbessert oder geheilt. Vor der eigentlichen Behandlung wird in Schritt 1 der Behandlung mit dem Gerät an verschiedenen Akupunkturpunkten, die der TCM entsprechen, der Hautwiderstand gemessen. Dieser Akupunkturpunkt wird dann in Relation zu einem Bezugspunkt gesetzt. Auf diese Weise wird die jeweilige Störung ermittelt, die als Ursache für die verschiedenen Krankheiten angesehen wird. Ein gemessener Wert von 90-100 ergibt eine Hinweisdiagnose dass eine akute Entzündung vorliegt, eine Allergie oder eine Giftwirkung. Ein gemessener Wert von 60-90 ist ein Hinweis auf eine akute und chronische Entzündung und eine Überfunktion der Organe. Liegt der gemessene Wert bei 50-60 befindet sich der Zustand des Patienten im Normbereich. Werte von 40 bis 50 weisen auf Abnutzungserscheinungen der Organe hin und Werte unter 50 auch eine schwere Organerkrankung. Nach der Diagnose erfolgt dann als Schritt 2 der Behandlung der sogenannte Resonanztest. Hierbei wird versucht die Krankheitsherde, die Mangelzustände oder die Giftbelastungen oder Allergien und die für eine Behandlung geeigneten Medikamente zu identifizieren. Hierbei handelt es sich fast ausschließlich um Mittel der Homöopathie oder homöopathisch verarbeitete Nosoden. Die Elektroakupunktur ist dabei kein Gerät, das irgendwelche Nadelung durchführt und kann entsprechend schmerzfrei durchgeführt werden am Patienten. Zudem stellt die Elektroakupunktur daher auch einen Mittelweg zwischen Akupunktur nach TCM und der Homöopathie dar. Schritt 3 der Behandlung im Rahmen der Elektroakupunktur ist die eigentliche Therapie, die mit den entsprechenden zuvor identifizierten Substanzen erfolgt, die erfolgsversprechend sind für die Heilung.

Kontroverse mit der Schulmedizin

In der Schulmedizin ist diese Methode ebenfalls nicht anerkannt und höchst umstritten. Einige Ärzte haben die Elektroakupunktur und ihren Nutzen sogar in den Bereich der Scharlatanerie eingeordnet. Dabei beruht die EAV vor allem auf Erkenntnissen der Elektrodynamik, aber auch der Kybernetik und der Systemtheorie. Voll soll sich hier sogar Erkenntnisse und Untersuchungen aus der russischen Raumfahrt zunutze gemacht haben, als er das Gerät entwickelte. Chemische und pharmakologische Aspekte, auf die die Schulmedizin achtet, werden von der Elektroakupunktur aber nicht angesprochen. Da es aber keine wissenschaftlichen Belege über die Wirksamkeit der Elektroakupunktur gibt, ist durch die GKV eine Kostenübernahme nicht möglich. Angeboten wird die Elektroakupunktur von Heilpraktikern.