Akupunkturarten

Ebenso, wie es nicht nur eine Behandlungsmethode der TCM gibt, wird auch nicht nur eine Form der Akupunktur betrieben. Der Begriff Akupunktur bezeichnet gleich eine Vielzahl unterschiedlicher Anwendungen, welche aber auf der gleichen Annahme beruhen, nämlich dass die Lebensenergie, das Qi, zum Fließen gebracht wird und die Krankheit geheilt werden kann. Dafür müssen bestimmte Punkte entlang der Meridiane gereizt werden durch Einstiche mit der Nadel oder durch die Behandlung mit einem Laser. Die Akupunkturarten unterscheiden sich generell nur darin, dass sie auf alten, traditionellen oder neuen Schulen beruhen. Die neuen Schulen haben sich dabei aus den alten Schulen entwickelt, nutzen dabei
moderne Erkenntnisse der westlichen Schulmedizin und lassen verschiedene Techniken und die Behandlung einfließen. Die bekannteste und am weitestverbreite Akupunkturmethode ist die nach der Traditionellen Chinesischen Medizin. Diese legt zugrunde, dass wenn der Patient krank ist, dass eine Störung des Yin und Yang vorliegt. Diese Art der Akupunktur stellt die Hauptbeschwerden des Patienten in den Mittelpunkt und sieht sich selbst als ganzheitliches Konzept, wobei auch die TCM mit der Schulmedizin kombinierbar ist. Dies wird bei vielen Erkrankungen praktiziert und funktioniert aus dem Grund so gut, weil viele Ärzte offen sind für die Methoden von TCM und vielleicht sogar selbst entsprechende Behandlungen anbieten.

Körperakupunktur und Ohrakupunktur

Die TCM ist gleichzeitig auch eine Körperakupunktur und wird durch das Einstechen von feinen Einmalnadeln in bestimmte Hautpunkte an Rücken, an der Schulter, an der Hand und am Fuß realisiert. Akupunkturpunkte am Bauch oder an anderen Körperstellen werden im Rahmen der Körperakupunktur nicht berücksichtigt. Bei dieser Art von Akupunktur ist richtige Akupunkturpunkt meist der, der sich direkt an der schmerzenden Stelle des Körpers befindet. Dies muss aber nicht immer der Fall sein, weil auch hier die Grundlagen der TCM einbezogen werden in die Akupunktur. Durchgeführt wird die Körperakupunktur von entsprechend ausgebildeten Ärzten oder Heilpraktikern. Diese Akupunkturart kommt primär bei psychischen Störungen, doch auch bei funktionellen Störungen der Organe zum Einsatz. Hierzu gehören vor allem Asthma, Verdauungsbeschwerden, Herzrhythmusbeschwerden und andere Erkrankungen. Die Therapie wird in der Regel von einem Schulmediziner begleitet. Bei der Ohrakupunktur wird entweder nach den Vorgaben der TCM gehandelt oder die Akupunkturpunkte am Ohr verwendet, die Dr. Nogier entdeckte. Bezeichnet wird diese Form der Ohrakupunktur auch als Französische Ohrakupunktur. Nogier ging dabei davon aus, dass jeder Teil des Körpers über eine Projektionsfläche verfügt, und zwar direkt in der Ohrmuschel.

Moxibustion und Laserakupunktur – ohne Nadeln

Zu den Akupunkturarten, die häufig verwendet werden, gehört auch die Moxibustion. Sie gehört zu den traditionellen Anwendungen der TCM und basiert vom Prinzip her auf der Erwärmung der Akupunkturpunkte mit Moxakraut. Dieses Kraut wird im Rahmen der Akupunktur Sitzung unmittelbar über den Akupunkturpunkten verbrannt und rechtzeitig wieder vom Körper genommen bevor es beim Patienten zu Verbrennungen kommt. Dieser Vorgang stellt im Rahmen dieser Akupunkturart die Stimulation des Akupunkturpunkts dar. Nach der TCM Lehre nach soll das Verbrennen des Krauts bewirken, dass sich das Qi bewegt und Feuchtigkeit und Kühle aus dem Körper vertrieben werden. Bei dieser Akupunkturart kommen keine Nadeln zum Einsatz. Einsatzgebiete der Moxibustion sind chronische Rückenschmerzen oder Gelenkschmerzen, Durchblutungsstörungen, Menstruationsstörungen, Abwehrschwäche und bei Unfruchtbarkeit des Mannes. Ohne Nadeln funktioniert auch die Laserakupunktur. Sie gehört zu den neuesten Akupunkturarten, die insbesondere bei schmerzempfindlichen Patienten und sogar bei Kindern angewandt werden kann. Grund dafür ist, dass weder Schmerzen zu befürchten sind noch irgendwelche Nebenwirkungen, zum Beispiel kleineste Verletzungen oder Blutungen. Die Funktionsweise der Laserakupunktur ist sehr einfach: Der Laserstrahl durchdringt die Hautschichten und regt den Stoffwechsel im Bindegewebe an. Hierdurch kommt es zu einer Regeneration der Zellen und einer Stimulation des Immunsystems. Eingesetzt wird die Laserakupunktur vor allem bei Migräne, bei Allergien und in der Orthopädie, wie zum Beispiel nach Knie- oder Gelenkoperationen.