Akupunktur Einsatzgebiete

Die Einsatzgebiete der Akupunktur sind sehr vielfältig. Es muss hier jedoch zwischen der ganzheitlichen Anwendung und der alternativen Anwendung unterschieden werden. Ganzheitlich kann die Akupunktur zur Anwendung kommen, wenn diese die Schmerzzustände oder Erkrankungen auch heilen kann. Dies ist vor allem im psychischen Bereich der Fall. Doch sobald die Therapie des Patienten neben der Akupunktur auch von schulmedizinischen Anwendungen bzw. von der Gabe von Medikamenten begleitet wird, spricht man nicht mehr von einer ganzheitlichen Anwendung der Akupunktur. Grundsätzlich sind Schulmedizin und Akupunktur gemeinsam anwendbar. Der Arzt sollte allerdings immer wissen, dass auch eine Akupunktur ergänzend angewandt wird. Umgekehrt ist es genauso.

Die weit verbreiteten Akupunktur Einsatzgebiete

Die Akupunktur wird am häufigsten im Rahmen der Schmerztherapie zum Einsatz gebracht. Hierzu gehören neben Kopfschmerzen und Migräne auch Gesichts- und Nackenschmerzen. Bekämpft bzw. gelindert werden kann mit der Hilfe der Akupunktur auch Rücken- und Knieschmerzen. Es ist aber meist so, dass wenn die Ursachen der Schmerzen nicht beseitigt werden, die Akupunktur auf Dauer auch nicht helfen kann. Im Fall von Rückenschmerzen sollte daher von schulmedizinischer Seite aus auch nach der Ursache geforscht und diese beseitigt werden. Ein weiteres häufiges Einsatzgebiet der Akupunktur sind stressbedingte Erkrankungen und Depressionen. Ein Spezialgebiet ist dabei die Depression bei oder nach Schwangerschaft. Besonders in diesem Bereich kann die Akupunktur eine sinnvolle Alternative darstellen, da Schwangere möglichst keine Medikamente einnehmen sollten, erst recht keine, die so hochdosiert sind, wie solche, die gegen Depressionen helfen. Bei einigen Erkrankungen kommt es auch auf den Schweregrad an, ob hier auch eine schulmedizinische Betreuung von Nöten ist. Linderung verschafft werden kann mit der Hilfe von Akupunktur auch Frauen, die an Menstruationsbeschwerden leiden. Insbesondere in diesem Bereich und im Bereich der Behandlung von Depressionen gibt es eine ganze Reihe von Studien, die die Wirksamkeit von Akupunktur belegen. Eine gemeinsame Anwendung der Akupunktur und der Schulmedizin ist indes nötig, wenn es sich um Erkrankungen wie Schlafstörungen, Magenprobleme, eine Reizblase und Erkrankungen des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs handelt. Ebenso ist eine schulmedizinische Parallelversorgung auch bei Rheuma, Neurodermitis und Heuschnupfen sowie Tinnitus nötig. Akupunktur wird auch bei Tumorschmerzen und bei Schmerzen des Kau- und Zahnsystems eingesetzt. Im Rahmen der Tumorschmerzen werden vor allem die Begleiterscheinungen einer Bestrahlung oder Chemotherapie durch Akupunktur gelindert, wie zum Beispiel Übelkeit und Erbrechen. Sehr wirkungsvoll ist die Akupunktur auch bei Erkrankungen des Bewegungssystems. Hierzu gehören Erkrankungen wie Bandscheibenvorfall, Sehnen- und Gelenkerkrankungen, chronische Hüftgelenkschmerzen, Schmerzen am Kniegelenk und die Nachbehandlung von Hüft-, Knie- und Bandscheibenoperationen. Erfolgreiche Behandlungen können bei der Akupunktur auch bei Migräne und bei Gesichtslähmungen sowie bei Schmerzen bei Gürtelrose erzielt werden. Ein großer weiterer Bereich, der ebenfalls durch die Behandlung durch Akupunktur abgedeckt werden kann, sind verschiedene Suchterkrankungen, wie Ess-Sucht, Nikotinsucht, Alkoholmissbrauch und Drogensucht. Während bei den anderen erwähnten Suchtproblemen durchaus eine Heilung durch die Akupunktur erzielt werden kann, wird bei einer vorherigen Drogensucht nur eine Linderung der Entzugssymptome erreicht. Weitere Akupunktur Einsatzgebiete sind die Geburtsvorbereitung und die Förderung der Wundheilung, sowie als Prävention die Vorbeugung von Entzündungen. Außerdem hat die Akupunktur auch eine abschwellende, schmerzlindernde, lymphflussanregende Wirkung.

Einsatzgebiete, bei denen von Akupunktur abgeraten wird

Es gibt eine ganze Reihe sogenannter Kontraindikationen, bei denen von einer Akupunktur abgeraten wird. Hierzu gehören Erkrankungen wie Blutgerinnungsstörungen, akute Psychosen und wenn sich der Zustand des Patienten in einem extrem labilen Ungleichgewicht befindet. Dies kann in bestimmten Lebenssituationen der Fall sein, wie zum Beispiel nach Fehlgeburten oder nach Scheidungen oder wenn Schizophrenie, Manie oder Wahn vorliegen. Der Grund, weil in diesem Fall der Reiz, der durch die Nadelung entsteht, nicht adäquat genug weitergeleitet werden kann. Keine Akupunktur sollte auch nicht stattfinden, wenn die Haut Ekzeme, Dermatitis oder Nesselsucht aufweist. Auch bei bestimmten Tumorarten sollte von einer Akupunktur Abstand genommen werden.