Akupunktur Pferd

Akupunktur beim Pferd

Ob Mensch oder Tier – für die Chinesen ist das „Qi“ die Lebensenergie, die in einem Netzwerk von Leitbahnen (Meridiane) durch den Körper fließt. Bei einem gesunden Pferd ist dieser Fluss harmonisch, wobei Körper und Psyche miteinander und mit der Umgebung im Einklang sind. Liegt eine Krankheit vor, entsteht ein Ungleichgewicht und es kommt im Qi-Fluss zu Störungen. Davon sind meist nicht nur Meridiane können betroffen, sondern auch Funktionen innerer Organe. Bevor die eigentliche Akupunktur beim Pferd beginnt, wird erst ermittelt, welcher Pferde-Typ das zu behandelnde Tier ist. Die Besonderheiten der Pferdekonstitutionstypen, werden wie beim Menschen, in Anlehnung an die Betrachtungsweise der TCM betrachtet. Es gibt den Shen (Nieren-) Typ, den Gan (Leber-) Typ, den Pi (Milz-) Typ, den Fei (Lungen-) Typ und den Xin (Herz-) Typ. Neben den Eigenschaften des Pferdes wird für die Typbestimmung auch die Statur, das Verhalten, seine Anfälligkeit gegen Krankheiten, der Puls und die Schleimhäute beurteilt. Zudem auch die Zunge, die Art und Menge der Ausscheidungen und das Haarkleid. Auch das Pferd weist dabei eine Empfindlichkeit von Akupunkturpunkten und der Konsistenz des Gewebes auf. Des Weiteren liegt auch eine Empfindlichkeit und Beschaffenheit der Meridiane vor. Auf dem Pferdekörper befinden sich 400 Akupunkturpunkte, die auf verschiedene Art und Weise stimuliert werden können. Verwendet wird ein Laser oder spezielle Akupunkturnadeln. Nach einem gelegentlich auftretenden Schmerzmoment, wenn die Nadel die Haut durchsticht, entspannt sich das Tier in der Regel recht schnell, wenn die Nadel am Platz ist. Viele Pferde schlafen während der Behandlung sogar ein.

Anwendungsgebiete der Akupunktur beim Pferd

Bei Pferden wird die Akupunktur meist bei Husten und bei Durchfall als ganzheitliche Therapie angewandt. Bei Störungen des Bewegungsapparats, wie Rückenproblemen und bei Podotrochlose (einer chronischen Form der Hufrollenerkrankung) und der Laminitis (Hufrehe) sowie bei Tendinitis (Sehnenentzündung) und bei Lahmheitserscheinungen kann die Akupunktur unterstützend zur Veterinärmedizin eingesetzt werden. Dies gilt auch für Störungen des Nervensystems und bei der Schmerztherapie nach Operationen. Des Weiteren kann die Akupunktur auch bei Atemwegserkrankungen zum Einsatz kommen. Viele Pferdehalter setzen die Akupunktur zudem auch als Trainingsbegleitung ein, und zwar zur Unterstützung des Muskelaufbaus, aber auch zur Leistungsoptimierung und zur allgemeinen Fitness.

Wirkungen der Akupunktur beim Pferd

Eine Akupunktur Behandlung beim Pferd kann vor allem die Durchblutung nachhaltig verbessern und die Freisetzung zahlreicher Neurotransmitter und Neurohormone bewirken. Unter anderem kann die Akupunktur die Ausschüttung von Endorphinen, der natürlichen schmerzlindernden Hormone des Körpers, bewirken. Gelindert werden können durch die Akupunktur auch Muskelkrämpfe. Zudem kann es auch zu einer Stimulierung der Nerven kommen. Nebenwirkungen der Akupunktur beim Pferd treten recht selten auf. Die Akupunktur gilt als eine der sichersten Therapieformen überhaupt. Allgemein bewirkt die Akupunktur beim Pferd, dass dessen Selbstheilungskräfte aktiviert werden. Die Akupunktur sorgt zudem beim Pferd auch für ein harmonisches Gleichgewicht der Psyche. Denn auch Pferde haben Emotionen und empfinden häufig Trauer, Depressionen oder Frustration.